Pulmonale Hypertonie

In der Ambulanz "Pulmonale Hypertonie und Lungenembolie-Nachsorge" der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie (Univ.-Prof. Dr. med. Burkert Pieske), Campus Virchow Klinik, Charité – Universitätsmedizin Berlin werden Patienten mit Pulmonaler Hypertonie (= Lungenhochdruck) unterschiedlicher Ursache und Patienten nach einer akuten Lungenembolie (Nachsorge) betreut.

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Öffnungszeiten und Kontakte der Spezialsprechstunde Pulmonale Hypertonie

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Telefonische Erreichbarkeit

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Hotline und Rezeptbestellung

+49 30 450 665 358

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass vormittags die telefonische Erreichbarkeit aufgrund der laufenden Sprechstunde eingeschränkt ist und Sie uns daher am besten nachmittags erreichen können.

Leitung der Ambulanz "Pulmonale Hypertonie und Lungenembolie-Nachsorge"

Die Ambulanz "Pulmonale Hypertonie und Lungenembolie-Nachsorge"  wird durch Frau Dr. med. Mareike Lankeit geleitet, welche über langjährige Erfahrung in der Betreuung von Patienten mit Pulmonaler Hypertonie und Lungenembolie verfügt. Als Spezialistin ist sie beteiligt an der Erstellung von Empfehlungen (Leitlinien) von deutschen und europäischen Fachgesellschaften zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Pulmonaler Hypertonie und Lungenembolie. Darüber hinaus leitet Frau Dr. med. Mareike Lankeit wissenschaftliche Arbeitsgruppen, die sich u.a. mit Fragen zur Nachsorge von Lungenemboliepatienten und Früherkennung einer Chronisch Thromboembolische Pulmonale Hypertonie (CTEPH) beschäftigen und ist involviert in die Durchführung von klinischen Studien zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie von Patienten mit Pulmonaler Hypertonie und Lungenembolie.

Informationen zur Erkrankung und zur Sprechstunde

Allgemeine Informationen

In der Ambulanz "Pulmonale Hypertonie und Lungenembolie-Nachsorge" der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie (Univ.-Prof. Dr. med. Burkert Pieske), Campus Virchow Klinik, CharitéUniversitätsmedizin Berlin werden Patienten mit Pulmonaler Hypertonie (= Lungenhochdruck) unterschiedlicher Ursache und Patienten nach einer akuten Lungenembolie (Nachsorge) betreut.

Bei der Pulmonalen Hypertonie (= Lungenhochdruck) handelt es sich um eine Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen mit erhöhtem Druck in den Lungenarterien (dem sogenannten "kleinen Kreislauf") mit unterschiedlichen Ursachen (siehe auch "Was ist eine Pulmonale Hypertonie?"). Die präzise Unterscheidung dieser Ursachen hat höchsten Stellenwert, da abhängig von der zugrunde liegenden Ursache für die Pulmonale Hypertonie unterschiedliche Behandlungsstrategien zur Verfügung stehen. Ein weiterer Schwerpunkt der Ambulanz "Pulmonale Hypertonie und Lungenembolie-Nachsorge" besteht in der Nachbetreuung von Patienten mit akuter Lungenembolie, u.a. da es in seltenen Fällen (wahrscheinlich durch eine unvollständige Auslösung der Blutgerinnsel in den Lungenarterien) zur Entwicklung einer Chronisch Thromboembolischen Pulmonalen Hypertonie (CTEPH) kommen kann (siehe auch "Warum Nachsorge nach einer akuten Lungenembolie?").

Dabei erfordert die Betreuung von Patienten mit Pulmonaler Hypertonie eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und fachlichen Austausch mit unterschiedlichen Fachdisziplinen und spezialisierten Zentren, Zusammenarbeit mit der Selbsthilfegruppe für Patienten "pulmonale Hypertonie e.V." und Rehabilitationszentren, eine kontinuierliche wissenschaftlichen und klinischen Fort- und Weiterbildung sowie die Teilnahme an klinischen Studien um die Diagnostik und Therapie der seltenen Erkrankungen pulmonalarterielle Hypertonie (PAH) und Chronisch Thromboembolische Pulmonale Hypertonie (CTEPH) zu verbessern.

Durch die Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie, Campus Virchow Klinik, CharitéUniversitätsmedizin Berlin werden alle o.g. Anforderungen erfüllt, so dass eine ganzheitliche Betreuung von Patienten mit Pulmonaler Hypertonie inklusive aller benötigter diagnostischer Untersuchungsmethoden und Therapieoptionen angeboten werden kann. So besteht beispielsweise u.a. eine enge Zusammenarbeit mit:

  • verschiedenen Fachdisziplinen und Einrichtungen der CharitéUniversitätsmedizin Berlin
  • Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Deutschen Herzzentrum Berlin
  • Centrum für Thrombose und Hämostase der Universitätsmedizin Mainz
  • Abteilung für Thoraxchirurgie der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim
  • Klinik für Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Angebote für Patienten

Termin innerhalb 3 Wochen bei Erstvorstellung nach Zuweisung durch einen Facharzt

Rezeptierung von spezifischen Medikamenten zur Therapie der Pulmonalen Hypertonie werktags von 08:00–14:00 Uhr

Individuelle ganzheitliche Betreuung

24-Stunden Erreichbarkeit über die Interdisziplinäre Notausnahme der Medizinischen Klinik, Campus Virchow Klinik, CharitéUniversitätsmedizin Berlin

Hinweise für Patienten

Liebe Patientin, lieber Patient,

wir haben für Sie auf dieser Internetseite Informationen zusammengestellt, um Sie über die Erkrankung Pulmonale Hypertonie und Notwendigkeit einer Nachuntersuchung nach einer akuten Lungenembolie zu informieren.
Weitere Informationen erhalten Sie auch beispielsweise über die Homepage der Selbsthilfegruppe für Patienten "pulmonale hypertonie e.V." oder bei Ihrem Besuch in unserer Ambulanz "Pulmonale Hypertonie und Lungenembolie-Nachsorge" – sprechen Sie uns gerne an!

Einen Termin in der Ambulanz "Pulmonale Hypertonie und Lungenembolie-Nachsorge"  können Sie unter der Telefonnr. 030 / 450 665 401 vereinbaren (siehe auch "Ihr erster Besuch bei uns").

Für wichtige spezifische medizinische Fragen (beispielsweise bei Verschlechterung der Symptome Ihrer Pulmonalen Hypertonie oder Unverträglichkeiten von spezifischen Medikamenten zur Therapie Ihrer Pulmonalen Hypertonie) können Sie uns über unsere Hotline 030 / 450 665 358 erreichen.

Bei akuter Verschlechterung Ihrer Symptome oder bei Eintreten eines medizinischen Notfalls wählen Sie bitte die 112 oder stellen sich in unserer Interdisziplinäre Notausnahme der Medizinischen Klinik, Campus Virchow Klinik, CharitéUniversitätsmedizin Berlin vor.

Zu Bestellung eines neuen Rezeptes für ein durch uns verordnetes Medikament zur Therapie Ihrer Pulmonalen Hypertonie erreichen Sie uns unter 030 / 450 665 358 oder per eMail.

Sie finden uns auf dem Gelände des Campus Virchow-Klinikum (Wedding) der CharitéUniversitätsmedizin Berlin (Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin) in dem Gebäude Mittelallee 11, Erdgeschoss, Kardiologische Ambulanzen.

Was ist pulmonale Hypertonie?

Pulmonale Hypertonie (= Lungenhochdruck) ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen mit unterschiedlichen Ursachen. Der Begriff "Pulmonale Hypertonie" beschreibt dabei eine Erhöhung des Druckes in den Lungenarterien (dem sogenannt "kleinen Kreislauf" – also dem Lungenkreislauf). Die rechte Herzkammer muss Blut gegen diesen erhöhten Druck anpumpen. Infolgedessen kann es zu einer Beeinträchtigung der Funktion der rechten Herzkammer und einem Rückstau von Blut vor dem Herzen kommen. Somit ähneln die Symptome einer Pulmonalen Hypertonie auch Symptomen von anderen Lungen- oder Herzerkrankungen und können sehr unspezifisch sein.

Hinweise auf eine Pulmonale Hypertonie

  • Leistungseinschränkung, vermehrte Müdigkeit, Schwäche Luftnot bei körperlicher Belastung
  • Brustenge oder Brustschmerzen bei körperlicher Belastung
  • Wasseransammlung in den Beinen oder dem Bauchraum (Aszitis)
  • Sauerstoffmangel (beispielsweise "blaue Lippen")
  • Bewusstlosigkeit (Synkope)

Ursachen der Erkrankungen


Am häufigsten wird eine Pulmonale Hypertonie durch andere Erkrankungen des Herzens (beispielsweise einer Herzklappenerkrankung oder nach einem Herzinfarkt) oder der Lunge (beispielsweise einer chronischen Bronchitis [COPD]) verursacht. Die sehr seltene Form der pulmonalarteriellen Hypertonie (PAH) ist eine Erkrankung der Lungenarterien mit Verengung des Gefäßdurchmessers. Patienten mit bestimmten rheumatischen Erkrankungen (beispielsweise einer Systemischen Sklerose) haben ein erhöhtes Risiko eine pulmonalarterielle Hypertonie zu entwickeln. Daher sollten Patienten mit Systemischer Sklerose einmal jährlich auf Hinweise für eine Pulmonale Hypertonie untersucht werden (Screening). Darüber hinaus kann es in seltenen Fällen nach einer Lungenembolie (wahrscheinlich durch eine unvollständige Auslösung der Blutgerinnsel in den Lungenarterien) zur Entwicklung einer Chronisch Thromboembolischen Pulmonalen Hypertonie (CTEPH) kommen (siehe auch "Warum Nachsorge nach einer akuten Lungenembolie?").
Die präzise Unterscheidung dieser Ursachen hat höchsten Stellenwert, da abhängig von der zugrunde liegenden Ursache für die Pulmonale Hypertonie unterschiedliche Behandlungsstrategien zur Verfügung stehen. Beispielsweise steht bei einer Pulmonalen Hypertonie aufgrund einer Herz- oder Lungenerkrankung die Therapie der auslösenden Grunderkrankung im Vordergrund. Dahingegen ist für Patienten mit pulmonalarterieller Hypertonie (PAH) noch keine kausale (also "ursächliche") Therapie bekannt, so dass die Therapie im Einsatz von spezifischen wirksamen Medikamenten besteht, die die Lungenarterien erweitern und somit den Druck in den Lungenarterien senken. Diese Medikamente beinhalten:

  • Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (Sildenafil (Revatio®), Tadalafil (Adcirca®))
  • Endothelin-Rezeptor-Antagonisten (Macitentan (Opsumit®), Ambrisentan (Volibris®), Bosentan (Tracleer®))
  • Prostanoide (Iloprost (Ventavis®), Treprostinil (Remodulin®), zukünftig Selexipag (Uptravi®)
  • Stimulator der löslichen Guanylatcyclase (Riociguat (Adempas®))

Patienten mit Chronisch Thromboembolischer Pulmonaler Hypertonie (CTEPH)

Für Patienten mit Chronisch Thromboembolischer Pulmonaler Hypertonie (CTEPH) steht durch eine spezialisierte Operation eine potentiell kurative (also "heilende") Therapieoption zur Verfügung.
Zur Differenzierung der unterschiedlichen Ursachen für eine Pulmonale Hypertonie kommen daher eine Vielzahl von Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Diese können beinhalten:

  • Blutuntersuchung
  • EKG
  • transthorakale Echokardiographie (Herzultraschalluntersuchung)
  • Lungenfunktionsuntersuchung
  • Untersuchungen zur Erfassung der körperlichen Leistungsfähigkeit (6-Minuten Gehtest, Spiroergometrie)
  • Computertomographie ("Schichtröntgen")
  • Ventilations-/ Perfusions-Szintigraphie der Lunge
  • Herzkatheteruntersuchung (Rechtsherzkatheter und Koronarangioggraphie)

Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen

In der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie, Campus Virchow Klinik, CharitéUniversitätsmedizin Berlin besteht eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen, so dass alle benötigen Untersuchungen durchgeführt werden können. Darüber hinaus können alle Therapieoptionen (von der spezifischen medikamentösen bis hin zur operativen oder interventionellen Therapie der CTEPH durch enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Zentren) anboten werden. Durch die Interdisziplinäre Notausnahme der Medizinischen Klinik, Campus Virchow Klinik, CharitéUniversitätsmedizin Berlin wird eine Betreuung von Patienten rund um die Uhr gewährleistet und schwer kranke Patienten können auf unserer kardiologischen Intensivstation intensivmedizinisch betreut werden.

Warum Nachsorge nach einer akuten Lungenembolie?

Alle Patienten mit akuter Lungenembolie benötigen für eine Dauer von mindestens 3 Monaten eine therapeutische Antikoagulation. Bei einem hohen Risiko für eine erneute Lungenembolie (Rezidiv) sollte die Therapie jedoch länger fortgeführt werden. Die Nachuntersuchung dient der Abschätzung des individuellen Risikos für eine erneute Lungenembolie oder Komplikationen durch die Therapie (beispielsweise Blutungen) (= Risiko-Nutzen-Abwägung) und ermöglicht so neben Empfehlungen zur Dauer der Therapie auch eine Empfehlung zum einzusetzenden Medikament.

Eine Lungenembolie kann in seltenen Fällen erstes "Symptom" einer eventuell noch unbekannten Grunderkrankung wie beispielsweise einer Krebserkrankung oder (angeborenen) Gerinnungsstörung sein. Im Rahmen einer Nachuntersuchung wird die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Krebserkrankung oder (angeborenen) Gerinnungsstörung überprüft und bei Bedarf geeignete Untersuchungen initiiert.

In seltenen Fällen kann nach einer akuten Lungenembolie eine sogenannte Chronisch Thromboembolische Pulmonale Hypertonie (CTEPH) entstehen. Dabei kommt es in den Lungenarterien wahrscheinlich durch eine unvollständige Auslösung von Blutgerinnsel zu einem Umbauprozess und Entwicklung eines Lungenhochdrucks (siehe auch "Was ist Pulmonale Hypertonie?"). Symptome einer Chronisch Thromboembolische Pulmonale Hypertonie (CTEPH) können eine nach Lungenembolie weiterbestehende Leistungseinschränkung, Luftnot bei körperlicher Belastung und Wasseransammlung in den Beinen sein. Eine Nachuntersuchung nach Lungenembolie hat zum Ziel, eine sich entwickelnde Chronisch Thromboembolische Pulmonale Hypertonie (CTEPH) frühzeitig zu erkennen und eine geeignete Therapie zu identifizieren. Für Patienten mit Chronisch Thromboembolischer Pulmonaler Hypertonie (CTEPH) steht durch eine spezialisierte Operation eine potentiell kurative (also "heilende") Therapieoption zur Verfügung. Für Patienten, die für eine Operation nicht geeignet sind, kann seit kurzem ein Medikament zur Erweiterung der Lungenarterien und somit Senkung des Druckes in den Lungenarterien (Riociguat (Adempas®)) sowie ein interventionelles Verfahren zur Aufdehnung von Engstellen in den Lungenarterie mittels einem Ballon (Pulmonale Ballonangioplastie) eingesetzt werden.

Ihr erster Besuch bei uns

Liebe Patientin, lieber Patient,

um Ihren ersten Besuch in unserer Ambulanz "Pulmonale Hypertonie und Lungenembolie-Nachsorge" so effektiv wie möglich für Sie gestalten zu können, möchten wir Sie bitten, folgende Unterlagen mitzubringen:

  • Überweisung
  • aktuellen Medikamentenplan
  • medizinische Voruntersuchungen (beispielsweise Arztbriefe, Untersuchungsbefunde, Laborergebnisse, Röntgen Bilder auf CD (falls vorhanden))
  • ausreichend Zeit (mindestens 2 Stunden)

Es sind unterschiedliche Untersuchungen vorgesehen um einen möglichst umfassenden Eindruck von Ihrer Erkrankung zu erhalten. Diese beinhalten:

  • Blutabnahme
  • EKG
  • transthorakale Echokardiographie (Herzultraschalluntersuchung)
  • 6-Minuten Gehtest (eine orientierende Untersuchung zur Erfassung der körperlichen Leistungsfähigkeit)
  • ggf.  Spiroergometrie (eine spezielle Untersuchung zur Erfassung der körperlichen Leistungsfähigkeit)
  • Fragebögen zur Abschätzung Ihrer Lebensqualität
  • Klinische körperliche Untersuchung

Das anschließende ausführliche Gespräch dient einerseits zur Erfassung von Informationen zu Ihrer Erkrankung (Anamnese) und anderseits zur detaillierten Besprechung der Untersuchungsergebnisse und des weiteren individuellen diagnostischen und therapeutischen Vorgehens.
Bitte Essen / Trinken Sie ganz normal und nehmen Ihre Medikamente wie gewohnt ein.